Abschlussbericht (4/4)

Entscheidung in der A-Gruppe,  109 TeilnehmerInnen

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Die Bühne mit acht Spitzenbrettern während der entscheidenden 7. Runde

Die Preisgeld-Gewinner des A-Turniers :

 

6. Platz: Patrick Chandler

SC König Nied,  5,0/7 P

 

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Patrick Chandler spielte bis zur Final-Runde ein klasse Turnier !

Aber  dann  wurde er zum tragischen Pechvogel  der letzten Runde. Patrick Chandler hatte sich eine überlegene und fast sichere Gewinn-Stellung gg. GM Viesturs Meijers erkämpft. Mit einem vollen Punktgewinn hätte er sogar den Turniersieg auf dem Stiefel gehabt ! Aber seine Nerven hielten nicht stand – er versemmelte, „bolzte a`la Ulli Hoeness  meilenweit über das Tor“.... und der total überspielte, aber turniererfahrene, nervenstarke Viesturs Meijers drehte den Spieß noch zum eigenen Partie-Gewinn samt  Turniersieg um !  Immerhin reichte es für Patrick Chandler, trotz dieser unglücklichen Niederlage, noch zum 6. Preisgeld-Platz.

5. Platz: Ingram Braun

ESV Rot-Weiß Göttingen, 5,0/7 P

 

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 unfassbare Welle Waaahnsinn  –   Ingram Braun in der 6. Runde am Brett 1 !!!

Was fällt einem zu Ingram Braun überhaupt noch ein ? Er ist der unbestritten treueste Dauergast bei den Vellmarer Schachtagen, immer gut gelaunt - zwar höchst verärgert über eigene vergurkte halbe oder ganze Punkte – aber ein spielstarker und gefährlicher Gegner für jeden Kontrahenten ! Die 9. VST wurden zu einem triumphalen Erfolg für ihn: Erst der Platz am Brett 1 in der 6. Runde (Viesturs Meijers bekam dicke Backen), und dann der 5. Platz in der Gesamtwertung, zahlreiche Elo-bessere Spieler hinter sich lassend !  Klötzchenschieber-Herz – was willst du mehr ? Bei Ingram  ist es trefflich wie mit dem wohlbekannten Wein-Spruch: „Je älter, um so besser !“  

 

4. Platz: FM Thomas Höfelsauer

SK München Südost,  5,5/7 P

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Erstmals bei den Vellmarer Schachtagen dabei zeigte der Münchner FM Thomas Höfelsauer seine spielerische Klasse. Zwar wurde ihm in der 1. Runde gleich der Zahn gezogen – das wurde von Gegner  Samuel Maar geradezu fantastisch gestaltet, ganz sicher seine bisher beste gespielte Partie, und einer der überraschenden Turnier-Höhepunkte ! Aber danach wachte der FIDE-Meister aus seinem Halbschlaf auf und ließ fünf Gewinnpartien in Serie und ein abschließendes Remis folgen. Das hätte leicht für's Siegerehrungs-Treppchen gereicht, wenn er nicht vorzeitig abgereist wäre !

3. Platz: Samuel Weber

SC Flörsheim, 5,5/7 P

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Noch so ein unglaublicher „Teppichklopfer“ !  Samuel Weber  ist gemeinsam mit seinem Vater Andreas auch seit Jahren treuer Dauergast bei den Vellmarer Schachtagen. In den vergangenen Jahren dümpelte er zwar mit seiner noch eher bescheidenen Spielstärke vor sich hin. Aber...und das war einem aufmerksamen Turnier-Kiebitz keineswegs entgangen...Samuel steigerte sich mitsamt seiner Elo-Zahl von Mal zu Mal,  und 2017 wurde daraus sein bisheriger größter Turnier-Erfolg !  Seine anfänglichen vier Gewinnpartien in Serie ließen die Konkurrenz schon die Ohren spitzen: Samuel besiegte u.a. auch  die Deutsche Jugendmeisterin Lara Schulze, remisierte gg. GM Viesturs Meijers und blieb ohne Niederlage! Sein dritter Platz war durchaus sensationell – aber natürlich hoch verdient !

2. Platz: FM Gunnar Schnepp

Österreich/ SK Lauffen, 6,0/7 P

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Auch FM Gunnar Schnepp war erstmals in Vellmar dabei. Ihn küsste ganz sicher die Muse, nebst Schach-Göttin Caissa – das Los-Glück bescherte ihm mehr oder weniger Gegner, mit denen er aufgrund seiner deutlichen spielerischen Überlegenheit keinerlei Schwierigkeiten hatte. Von den Akteuren aus der Spitzengruppe hatte er es lediglich mit Ingram Braun zu tun. Auch eine Begegnung mit dem späteren Turniersieger Viesturs Meijers  blieb ihm erspart. So gelangen ihm lockere fünf Partie-Erfolge und zwei Remis mit letztlich  6,0/7 P  und dem  zweiten Platz. Den hätte er – mitsamt Preisgeld - auch auf dem  Siegerehrungs-Treppchen feiern und genießen können, aber auch er zog es vor, ebenfalls vorzeitig abzureisen.

Turniersieger der A-Gruppe:

 GM Viesturs Meijers

Lettland/ Nickelhütte Aue,  6,0/7 P

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Das war ein Wimpernschlag-Finale für GM Viesturs Meijers, der damit seinen Turniererfolg von 2016  beeindruckend wiederholte. Er war deutlicher Favorit, blieb auch ohne Niederlage, zeigte aber  zwischenzeitlich mit Remis in den Runden 4 und 5, gg. Pascal Neukirchner und Samuel Weber,  ungewohnte Zurückhaltung (Schwäche wäre übertrieben formuliert).  Das kostete ihn zunächst nur den „Platz an der Sonne – Brett 1“,  Ingram Braun kriegt sich heute noch nicht ein !

Dann saß ihm in der letzten Runde Patrick Chandler gegenüber, und der mischte Viesturs Meijers bis ins Endspiel derartig auf, dass die zahlreichen Kiebitze fast sicher waren – der Großmeister wird dröhnend aus den Preisgeld-Rängen herausgekegelt und nach hinten durchgereicht ! Aber....jetzt konnte Viesturs Meijers seinen letzten Trumpf  aus dem Ärmel ziehen, gegen den Patrick Chandler sehr, sehr blass aussah – der Großmeister verfügt über ein eisern gestähltes  Nervenkostüm !  Bessere Nerven sind bekanntlich in verlorenen Stellungen oftmals noch der Schlüssel zum Erfolg ! Das war diesmal nicht anders. Der Großmeister spielte, scheinbar unbeeindruckt von seiner schlechten Partie-Stellung und mit stoischer Miene, seinen Part herunter, wartete auf Patrick Chandler's Endspiel-Fehler,  sammelte den vollen Punkt ein und war mit gleicher Punktzahl, aber besserer Feinwertung gegenüber FM Gunnar Schnepp, erneuter Turniersieger 2017 !

 

Ab dem  7. Platz bis  zum 13. Platz  waren weitere  7  Spieler mit  5,0/7 P  zu finden. Sie alle hatten aufgrund der schlechteren Feinwertung das Nachsehen.

Das zeigte, wie eng gedrängt es punktemäßig an der Spitze zuging !

 

Auf der Bühne, an den acht Spitzenbretter, wechselte in jeder Runde teilweise die Besetzung. Darunter waren auch zeitweilig alle weiteren Titelträger wie WFM Lara Schulze, FM Johannes Dorst, FM Jobst Rüberg,  CM Anders Nilsson, CM Peter Oppitz. Aber ihre Leistungen waren insgesamt zu wenig konstant, um weiter vorn zu landen, so dass sie alle wieder den Bühnenplatz räumen mussten und in der Endwertung abgeschlagen ins Ziel kamen.

 

 

Ein unerwünschter und seitens einiger TeilnehmerInnen unwürdiger Ausklang  der 9. Vellmarer Schachtage

 

Es war am Ende eine höchst unerfreuliche Angelegenheit, die bei allen Beteiligten für reichlich Missfallen sorgte, die aber nicht verschwiegen, sondern trotz allem erwähnt werden muss, damit sich so etwas in der Zukunft nicht wiederholen kann. Vergleichbares hatte es in der bisherigen Geschichte der Vellmarer Schachtage auch noch nicht gegeben –

eine Siegerehrung ist fester, unverzichtbarer Bestandteil eines jeden Schachturniers und selbstverständlich auch bei den Vellmarer Schachtage.

 

Dass es 2017 fast zu einem Eklat kam, ist mehreren TeilnehmerInnen (und Preisgeld-Gewinnern) zu „verdanken“, die das Entgegenkommen der Turnierleitung arg missbrauchten, Siegerehrung Siegerehrung sein ließen, vorzeitig abreisten, aber auf das Preisgeld natürlich nicht verzichten, sondern  überwiesen bekommen wollten. Für solche Fälle stand es  in der Turnier-Ausschreibung eindeutig formuliert :  „Preisgeld-Gewinner müssen bei der Siegerehrung persönlich anwesend sein, sonst verfällt das Preisgeld“.

 

 

Die  ausgefallene Siegerehrung

im  A- und B-Turnier mit improvisierter Ersatzlösung

 

Nachdem die Turnierleitung, aufgrund des vorzeitigen Verschwindens einiger Preisgeld-Gewinner, zunächst die Siegerehrung völlig absagte, entschloss man sich aber doch, mit einer improvisierten Siegerehrung die noch verbliebenen Turnierteilnehmer und Preisgeld-Gewinner zu würdigen. Und das geschah,  trotz aller Widrigkeiten sehr erfreulich,  unter dem kräftigen Beifall des noch anwesenden  Publikums !  

 

 

Nachfolgend sind Siegerehrungsbilder  aus gemischten Kategorien

Preisgeld-Gewinner aus A- und B-Gruppe, Familiensieger, beste Jugendliche/Senioren, Rating-Gewinner – zu sehen.

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Samuel und Andreas Weber freuen sich über einen Siegerpreis in der Familienwertung

SK Vellmar Aktive

 

Der Gastgeber SK Vellmar war mit insgesamt 12 Akteuren am Turnier beteiligt  (drei von ihnen im C-Turnier wurden bereits erwähnt).

 

A-Turnier:

 

  1. Manfred Heinelt    4,0/7 P  und damit bester Heimspieler der A-Gruppe
  2. Eugen Knoth           3,0/7 P
  3. Alexander Wehr    2,5/7 P

 

B-Turnier:

 

  1. Andy Wagner                   5,0 / 7 P  und damit bester Heimspieler der B-Gruppe
  2. Fiorino Calci                     4,5 / 7 P
  3. Wilfried Rother               4,5 / 7 P
  4. Gero Mahr                        4,5 / 7 P
  5. Alex Benedikt                  3,5 / 7 P
  6. Gundolf Heidenreich    2,5 / 7 P

 

 

 

Das ist auch (k)eine Selbstverständlichkeit:

 

 

Die 9. Vellmarer Schachtage sind inzwischen bereits wieder Historie – aber die vier Turniertage werden allen Beteiligten -trotz eines Missklangs am Ende- hoffentlich  in guter Erinnerung bleiben.

 

(fast)  alle Turnier-HelferInnen des Gastgebervereins, ohne die ein Turnier dieser Größe und Qualität überhaupt nicht durchführbar wäre, werden am Ende nochmals vorgestellt. Das es zwei Fotos sind, liegt am „geplanten Schichtbetrieb“. Nicht alle HelferInnen konnten an den vier Turniertagen durchgehend dabei sein, und lösten sich ergänzend ab.

 

Allen Beteiligten herzlichen Dank für ihr erneutes  beispielhaftes Engagement, das natürlich auch den Dank für die zahlreichen Spenden in Form von Salaten, Kuchen, Torten usw. mit einschließt. Der SK Vellmar kann sich glücklich schätzen, solch zahlreiche engagierten, hilfsbereiten Menschen in seinen Reihen zu haben. 

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die TurnierhelferInnen des „Zwei-Schichten-Betriebes“ vor der Mehrzweckhalle

 

 

Ein Hinweis am Schluss:

In der Bilder-Galerie  2017  werden mit steigender Anzahl  viele Turnierbilder zu sehen sein